Snickerstorte

E. schickte mir, kopiert auf fünf DIN A3-Blätter, ein ZEIT-Interview mit Wolf Haas („Warum lieben wir Krimis?”).

Drei Zitate daraus:

„Aus dem Vollen zu schöpfen ist selten eine Haltung, die zu interessanten künstlerischen Arbeiten führt. Formale Beschränkungen sind wie eine Batterie, die Strom erzeugt […].”

„Ich glaube, dass das Explizite ein Fehler ist.”

„ZEIT: Wieso erzählen Sie Ihre Geschichten immer so indirekt, mit einer Brechung?
Haas: Weil ich finde, dass die Literatur dafür da ist. Ich verstehe die Direktheit nicht. Ich habe mal ein Interview mit einem Jazzgitarristen aus den sechziger Jahren gelesen, Wes Montgomery, und der hat den schönen Satz gesagt: ‚Ich kenne die Melodie, du kennst die Melodie, warum soll ich sie spielen?’”

Für ein paar Tage war H. zu Besuch. Gestern waren wir im Café Buchwald, heute zeigte ich ihr die AEG Turbinenfabrik. Aus den Kästen vor der Buchhandlung nahm sie sich den Katalog der Kurt Wolff Stiftung mit (Es geht um das Buch) und die Wagenbach’sche Zwiebel, die sie dann aber doch nicht mehr haben wollte. Ich tat sie in den Kühlschrank. Ich hab auch Juxmomente.

Für die U-Bahn überlegten wir uns ein Fake-Gespräch über einen Besuch beim Engländer.

H. meinte, ich mache zu viel „Gewese” um die Erdbeere.
Sie staunte über den Straßenstrich Kurfürsten Bülow Potse, beglückwünschte mich zu Freddy Leck sein Waschsalon in der Gotzkowsky und war verblüfft, dass ich ein Bett habe.

Als neulich vormittags tschilpend ein Spatz vor der Ladentür saß, sagte ich: „Nein, Vögelchen, nein” und tat einen Schritt auf ihn zu – dabei bemerkte ich seinen Kumpel. Dieser flatterte gehorsam hinaus.

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