Tiere bewegen sich fort

Igel schnurren, Hummeln tumbeln, Eichhörnchen klettern kopfüber vom Baum (schon länger keins gesehen), erstarren für den Bruchteil eines Bruchteils: sieht man gut ihre Knopfaugen. Dann weiter, hurtig übers Geländer. Meisen uen und ween durch die Luft oder tropfen akrobatisch durchs biegsame Gezweig und bepicken die jungen Triebe. Was man für Kohlmeisen hält, sind vielleicht Tannenmeisen.
Als ich die Neuruppiner Straße entlanglief – das war nicht der Plan – ließ mich der (wahrscheinlich) Revierruf eines Vogels aufmerken, und ich, der ich ihm sein Revier gar nicht streitig machen wollte, sah mich beschwichtigend um – und sah keinen Vogel, aber dann doch streckte einer seinen Kopf aus einem Baumloch, mit roten Federn oben: ein Grünspecht, las ich nach. Hunde traben oder trippeln, immer der Nase nach, sehr bauminteressiert, freudig oder mackermäßig dominant bei Treffen mit Artgenossen. Herrchen oder Frauchen achtlos hinterher, ckecken mit eingenicktem Kopf ihr Smartphone. Ameisen kreiseln wirrwarrig, das hatten wir schon. Aber mit Australien haben sie nichts am Hut – bloß dichterische Freiheit im säuseligen Poetenkopf von Joachim Ringelnatz aus Wurzen.

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